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UND DIE MÄNNER?

03.04.2015 13:34

Talkshowrunden, Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Feuilletons, Wirtschaftsmagazine, Politik – an jeder Ecke begegnet uns derzeit das Thema Frauen: Frauen fehlen in Führungspositionen, Frauen verdienen weniger bei gleicher Arbeit, Frauenquote, Ausbau der Kinderbetreuung damit Frauen den Wiedereinstieg finden usw. Es ist richtig und wichtig, dass sich an der Situation der Frauen etwas ändert und die Gesellschaft anfängt, sich intensiv damit zu beschäftigen. Allerdings zeigt die Diskussion eine sehr einseitige Betrachtungsweise: Es geht darum, wie Frauen auf den Standard der Männer gebracht werden können.

Und die Männer? Für die Männer ändert sich nichts. Für die Männer bleibt ihre bisherige Lebensphilosophie als anerkannte Normalität bestehen. Die Philosophin Judith Butler und der Autor Michael Hirsch bringen es auf den Punkt: „Eine typische männliche Biographie ist der gültige Maßstab für die Bewertung eines Lebens: ein Leben, dass vollständig auf Erwerbsarbeit und beruflichen Erfolg zugeschnitten ist. Butler sieht darin den Ausdruck einer „maskulinen Bedeutungsökonomie.“ Typisch „weibliche“ Karrieren, Arbeitsmodelle und Lebensverläufe (selbst wenn sie von Männern ausgeübt werden) werden demgegenüber stigmatisiert und marginalisiert: sie sind weniger sichtbar und genießen weniger soziale Anerkennung als die männlichen.“* – Ist das denn wirklich das, was wir wollen? Dass jeder nur auf seine Karriere schaut und nur der berufliche Erfolg Anerkennung findet und damit der wichtigste Lebenserfolgsfaktor ist?

Aktuelle Studien zeigen einen anderen Trend. Der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Männern und Frauen sowie flexiblere Arbeitszeitmodelle, Work-Life-Balance, Elternzeit für Väter und mehr Zeit für die Familie und Freunde rücken gerade bei der nachwachsenden Generation immer mehr in den Vordergrund. Der Wunsch nach einem neuen Maßstab auch für Männer ist also da. Allerdings liegen Wunsch und Praxis – sowohl bei Frauen als auch bei Männern - weit auseinander. Wie lässt sich diese Lücke schließen? Wie schaffen wir es, den stark verwurzelten Denkweisen zu entkommen und den eigentlichen Wunsch umzusetzen? Mit einem ersten Schritt im eigenen Kopf und viel Durchhaltevermögen. Denn diese Sichtweisen sind in vielen Köpfen – sowohl Führungsetagen als auch Teams, sowohl bei Männern als auch bei Frauen – verankert und werden als die gültige Normalität gesehen. Zeigen Sie Pioniergeist und setzten Sie neue Maßstäbe für eine zukunftsorientierte Normalität in Ihrem Unternehmen. Weg von „nur wer viel Arbeitet, ist was wert“ oder „wer präsent ist, hat Macht“ hin zu „wer flexibel arbeitet, hat seine Arbeit im Griff“, „wer in Teilzeit führt, bereichert mit mehr Kreativität“ oder „wer ohne Platzhirschgehabe auskommt, wird erfolgreich“. Gehen Sie den ersten Schritt zu einer neuen Unternehmenskultur, die den zukünftigen Anforderungen Ihrer Mitarbeiter gerecht wird und steigern Sie dadurch Ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Wir begleiten Sie mit unserer Expertise. Sprechen Sie uns an: kontakt@aviato.de

*Quelle: managerSeminare, Heft 205, 2015, S. 56

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